Richard der Verleumdete

Als Bösewicht und Meuchelmörder geistert Richard III. durch die Geschichte, von Shakespeares Drama bis zum Film Sir Laurence Oliviers, stets der Inbegriff grausamer Herrschsucht. Wer aber kann bezeugen, dass wirklich er es war, der die unschuldigen Prinzen im Tower erwürgt hat? Wer von den Zeitgenossen des Königs beweist seine Untaten?

Die Frage nach Beweisen ist es, die Polizeiinspektor Grant sich stellt, als ihm, der für Wochen an das Krankenbett gefesselt ist, der Zufall ein Bild des Vielgeschmähten in die Hände spielt – das Bild eines Menschen, den er als bewährter Kenner von Verbrecherphysiognomien eher auf dem Richterstuhle als auf der Anklagebank vermuten würde. Mit der gleichen kriminalistischen Genauigkeit, mit der Grant bei Scotland Yard ungeklärten Fällen auf den Grund geht, nimmt er sich den „Fall Richard III.“ vor, in mühsamer Detailarbeit den Tatbestand erforschend, so lange, bis er beweisen kann, dass – nun, dass auch Geschichtsbücher manchmal lügen.

Wie und warum sie lügen, und wie Grant im Verein mit einem amerikanischen Studenten die Ehrenrettung des englischen Herrschers vollzieht, das erzählt Josephine Tey in einer amüsanten Mischung von Detektivgeschichte, heiterem Unterhaltungsroman und historischer Biographie, die den geschichtlich interessierten Leser ebenso ergötzen wird wie den Liebhaber von Kriminalstories.


Anmerkung:

Das Buch wurde unter dem Titel „Alibi für einen König“ neu aufgelegt.