Rezension: Das letzte Königreich

5stars

von Bernard Cornwell

Bernard Cornwell ist einer meiner Lieblingsschriftsteller, deshalb hätte ich nicht überrascht sein sollen als ich nach 2 Kapiteln festgestellt habe dass ich das Buch schon einmal gelesen hatte.

Ich konnte mich aber an die Details nicht mehr erinnern, so dass ich diese Runde ganz neu geniessen konnte.

Der kleine Osbert ist der zweite Sohn des Edelmannes Uhtred von Bebbanburg in Northumbria. Als zweitgeborenem steht ihm eigentlich das Priestertum bevor. Doch als er 10 Jahre alt ist, wird sein älterer Bruder von einfallenden Dänen ermordet und Osbert nimmt als neuer Kronerbe den Namen Uhtred an. Damit beginnt die Geschichte.

Die Dänen überfallen Englands Küsten und ziehen brandschatzend und mordend durch die angelsächsischen Lande. Als sie York besetzen versammeln die Angelsachsen ein großes Heer und ziehen in den Krieg um die Stadt zu befreien und die Dänen wieder aufs Meer zu vertreiben.

Doch das Schicksal ist unberechenbar, und Uhtred gerät in eine Situation die niemand voraussehen konnte. Er erlebt Abenteuer und macht das Beste aus seinen Umständen, doch dann wird seine Loyalität auf eine schwierige Probe gestellt.

Das Tempo der Geschichte ist großartig. Obwohl manchmal ganze Jahre von Uhtreds Kindheit übersprungen werden hat man nie den Eindruck dass die Geschichte zu schnell erzählt wird. Wir lernen eine Menge über ihn selbst und seine Umwelt, und wir lernen seine Taten und seine Erziehung zu verstehen. Als er sich entscheiden muss auf welcher Seite er eigentlich steht, ist der Leser genauso im Konflikt wie Uhtred selbst.

Das ist das größte Talent Cornwells – es sind nie die Guten gegen die Bösen, sondern es gibt immer zwei Seiten der Medaille, und beide Seiten haben ihre guten Gründe für ihr Verhalten. Das heißt nicht dass es keine Bösen gibt in dem Buch, doch das sind ganz individuelle persönliche Feinde Uhtreds, egal ob sie Angelsachsen oder Dänen sind.

Dies ist ein brillianter Auftakt zu einer Serie, und man kann gar nicht anders als die nächste Fortsetzung in die Hand zu nehmen, weil man einfach wissen muss wie es weitergeht.

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