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Buchladen-Tour in Stade

Im Moment besuche ich jeden Samstagvormittag einen Kurs in Stade, und heute war das Wetter endlich schön genug um hinterher eine Tour durch die örtlichen Buchläden zu machen.

Für eine Stadt dieser Größe (ca. 46.000 Einwohner) hat die Innenstadt eine adäquate Anzahl an Buchläden, finde ich. In der Innenstadt habe ich fünf gefunden.

Angefangen habe ich am Bahnhof, bei Buch aktuell. Dort gibt es ein ordentliches Regal mit den neusten Bestsellern, und eine gute Auswahl and Romanzen und Krimis, welches offenbar die bei Pendlern am beliebtesten Genres sind. Leider habe ich dort keine Fotos gemacht, deshalb füge ich später welche ein wenn ich wieder dort vorbeikomme.

Vom Bahnhof aus bin ich in die Holzstraße gewandert, wo früher die Buchhandlung von Friedrich Bacheratz ansässig war. Hier war zu Schulzeiten meine Anlaufstation für Papierwaren und (seltener) Büchergutscheine, denn Bacheratz lag auf dem Weg zwischen Schule und Überland-Busbahnhof wenn man noch durch die Stadt gebummelt ist.

Der Name steht noch an beiden Seiten am Gebäude, aber die ehemals 2 Stockwerke einnehmende Buchhandlung existiert leider nicht mehr. Den Laden teilen sich jetzt ein Blumenladen und ein Modegeschäft.

Direkt gegenüber von Bacheratz‘ ehemaligem Buchladen findet man jetzt DEN FEIND.

Thalia ist eine agressive Buchhandelskette, die gerne alles daran setzt die lokalen unabhängigen Buchläden aus dem Geschäft zu drängen. Neben Büchern verkaufen sie auch buchverwandte Produkte wie genähte Stoff-Umschläge, Becher und Sparschweine mit Buchzitaten, Leselampen, Literaturbezogene Schokolade und so weiter.

Ausserdem vertreiben sie ihren eigenen E-book Reader, den Tolino, der in Deutschland ein beliebtes Gerät ist, da sich damit die Onleihe der Bibliotheken im ePub-Format nutzen lässt.

Wer jedoch den lokalen Einzelhandel und den unabhängigen Buchhandel unterstützen will, macht einen großen Bogen um diesen Laden und geht woanders hin. Ankucken ja, bestellen nein.

Das macht man dann beispielsweise in der Contor Buchhandlung, die nur eine Ecke vom nahegelegenen Pferdemarkt entfernt ist.

Die Besitzerin dieser kleinen unabhängligen Buchhandlung ist vor Kurzem verstorben, doch die Angestellten waren in der Lage den Laden zu übernehmen und haben ihn so retten können.

Innen gibt es einen knallroten Teppich und dazu passende Regale, sowie einen Ausstellungstisch. Der Laden mag zwar klein sein, aber dafür sind die angebotenen Bücher mit viel Sorgfalt ausgewählt und die Angestellten wissen zu jedem Buch etwas zu sagen.

Wenn man aus dem Contor kommt und nach links geht, kommt man übrigens an meinem Lieblingsladen vorbei. Der verkauft Tee und heisst – wie auch sonst – „Tee in Stade“.

Von dort ist es nur einen sehr kurzen Gang bis in die Große Schmiedestrasse zu meinem nächsten Ziel:

Buchhandlung Schaumburg

Diese familiengeführte unabhängige Buchhandlung ist seit 1840 im Geschäft und hat vor Kurzem ihr 175. Jubiläum gefeiert.

Schaumburg ist ausserdem Antiquariat, deshalb wird man auch auf der Suche nach antiken, seltenen oder vergriffenen Büchern fündig.

Dies ist auch die richtige Adresse für literarische Veranstaltungen aller Art und um Buchclub-Flyer und ähnliches zu verteilen oder zu bekommen. Die Buchhandlung organisiert regelmässig Lesungen mit verschiedenen Autoren, und betreibt einen kleinen Verlag der in kleiner Auflage Bücher interessanter, meist lokaler,  Schriftsteller herausgibt.

Innen ist der Laden wunderschön ausgestattet mit passend eingebauten, deckenhohen Bücherregalen, und der Präsentiertisch macht irgendwie immer den Eindruck als sei er extra nur für dieses DIsplay aus den Eßzimmer hergeholt worden.

Die Buchhändler bei Schaumburg sind extrem gut informiert und wahre Experten darin das Buch zu finden das man gerade braucht, auch wenn man eigentlich noch gar nicht wusste was man wollte. Bücher werden auf Wunsch nach Hause geliefert, und der Laden wird laut Öffnungszeiten-Information auch „nach Vereinbarung“ geöffnet.

Zu guter Letzt gibt es auch noch einen Second-Hand-Laden für diejenigen, die nur ein kleines Budget haben und trotzdem viel Lesestoff für ihr Kleingeld benötigen.

Das Kaufhaus mit Herz wird von der Arbeiterwohlfahrt betrieben und ist gleich um die Ecke von Schaumburg. Wie in allen Gebrauchtwarenläden werden dort Kleidung, Spielzeug, Geschirr und anderes Gedöns verkauft. Ganz am hinteren Ende des etwas verschachtelten Ladens steht ein großes Bücherregal voll bis oben hin mit gebrauchten Büchern.

Die Bücher sind manchmal nach Genre geordnet, manchmal aber auch… nicht. Man findet englischsprachige Bücher, und manchmal wurde auch ein Versuch unternommen diese zusammen zu stellen.

Doch da das Regal meistens zweireihig bestückt ist, nimmt man sich am Besten einfach Zeit mit und stöbert ausgiebig bis man etwas Interessantes zum Mitnehmen findet.

Und wie sind eure Buchläden so?

Juni 2016

LesesommerKaum gibt es Ferien und der Urlaub naht, bekommt man an jeder Ecke Lese-Empfehlungen für den Sommer um die Ohren gehauen. Sei’s in der Zeitung, im Web, oder selbst im Radio. Ich habe wie immer keine Empfehlungen, sondern höchstens Vorschläge – Bücher die es immerhin auf meinen Wunschzettel geschafft haben.


Käse
Willem Elsschot

Frans Laarmans, bescheidener Büroangestellter der Antwerpener Schiffswerft, erhält das Angebot, Vertreter eines holländischen Käsegroßhändlers zu werden, für Belgien und das Großherzogtum Luxemburg. Der soziale Aufstieg berauscht ihn. Er, ein Kaufmann! In der Werft meldet er sich krank – wenn man Frau und Kinder hat, muss man doppelt vorsichtig sein –, zu Hause richtet er ein Büro ein und ordert zehntausend Edamer, vollfett. Doch mit den zwanzig Tonnen Käse rollen auch die ersten Zweifel an. Wie wird er den Käse jetzt wieder los?


England und andere Stories
Graham Swift

Warum bricht es einem Vater fast das Herz,als er auf seiner wöchentlichen Einkaufstour eine Packung Fusilli in den Wagen legt? Was geht einem Zwölfjährigen durch den Kopf, bevor er seiner Mutter das Küchenmesser klaut? Was hält eine junge Ehefrau davon ab, das beste Hemd ihres Mannes zu waschen?

Es sind Alltagsszenen, fragile Augenblicke und Gefühle, die Graham Swift in den 25 Erzählungen dieses Bandes mit klarer Sprache ertastet wie Gebilde aus sehr dünnem Glas. Vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher Ereignisse und Veränderungen – Krieg, Wirtschaftsaufschwung, Krise – sind es die scheinbar unbedeutenden, fast beiläufigen Begebenheiten, die Duldsamkeit ein Ende setzen, Aufbruch verheißen, Lebenswegen eine neue Richtung geben. Swift erfasst mit seiner Prosa seismografisch genau Veränderungen und spürt der Frage nach, was ein Menschenleben vor dem Zerbrechen bewahrt, was ein Land zusammenhält.


Aquarium
David Vann

Die zwölfjährige Caitlin lebt allein mit ihrer Mutter in einem Vorort von Seattle. Jeden Tag geht sie nach der Schule ins öffentliche Großaquarium und wartet dort, bis ihre Mutter sie abends nach der Arbeit abholt. Sie ist fasziniert von den stummen, bunten Wesen hinter dem Glas und geht ganz in der rätselhaften Unterwasserwelt auf. Eines Tages trifft sie im Aquarium einen älteren Mann, der die Fische ebenso zu lieben scheint wie sie selbst. Sie freundet sich mit ihm an – und öffnet damit nichtsahnend die Tür zur Vergangenheit ihrer Mutter. Eine Tür, die diese verzweifelt wieder zu schließen versucht, und sei es mit drastischen Mitteln.


Die Eismacher
Ernest van der Kwast

Im Norden Italiens, inmitten der malerischen Dolomiten, liegt das Tal der Eismacher, in dem sich die Einwohner auf die Herstellung von Speiseeis spezialisiert haben. Giuseppe Talamini behauptet gar, die Eiscreme wurde hier erfunden. Und er muss es wissen, schließlich haben sich die Talaminis seit fünf Generationen dieser Handwerkskunst verschrieben. Jedes Jahr im Frühling siedeln sie nach Rotterdam über, wo sie während der Sommermonate ein kleines Eiscafé betreiben. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: zartschmelzendes Grappasorbet, sanftgrünes Pistazieneis, zimtfarbene Schokolade. Dennoch beschließt der ältere Sohn Giovanni, mit der Familientradition zu brechen, um sein Leben der Literatur zu widmen. Denn er liebt das Lesen so sehr wie das Eis. Bis ihn eines Tages sein Bruder aufsucht: Luca, der das Eiscafé übernommen hat, ist inzwischen mit Sophia verheiratet, in die beide Brüder einst unsterblich verliebt waren. Und er hat eine ungewöhnliche Bitte …


 

Der Fünf nach Fünf Wunschzettel

wunschlisteMein Menüpunkt Wunschzettel hiess früher „Fünf nach Fünf„, weil ich immer Freitags um kurz nach Fünf zuhause am Computer sass und das Wochenende damit eingeläutet habe ganz in Ruhe meinen Wunschzettel nach Sonderangeboten durchzuforsten oder um interessante Bücher zu erweitern.

Ich habe einen öffentlichen Wunschzettel bei Amazon (den findet man hier, falls mir jemand etwas schenken will, hihi), und ungefähr ein Dutzend privater Wunschzettel die grob nach Themen organisiert sind. Meistens in kleinen DIN-A6 Spiral-Notizbüchern in die ich reinkritzele was mir so unter den Radar gekommen ist – Titel, Autoren, Serien, und so weiter.

Eigentlich hatte ich jeden Freitag immer ein neues „Vielleicht“-Buch im Blog festgehalten – ohne Rezension, dafür aber mit Klappentext – aber das habe ich schon seit Februar nicht mehr gemacht. Ich glaube das fange ich bald wieder an, meine Freundin Pepper hat sich nämlich kürzlich gleich 4 Exemplare aus meiner Wunschzettel-Rubrik gekauft und für gut befunden, auf die sie von alleine nicht gekommen wäre.

3 Bücher die aktuell auf meiner Wunschliste stehen:

Eddies Bastard“ von William Kowalski war schon ziemlich lange auf meinem Zettel. Ich mag Familiengeschichten die generationsübergreifend sind, und da ich selber Familie in Irland habe hatte ich gleich einen kleinen Bezug zum Buch. Und bei der Erwähnung von gebratener Mortadella hatte er mich, denn die ist Bestandteil der Zaubersoße die mein Vater erfunden hat als ich klein war.
Inhalt: Alles begann mit einem Körbchen vor der Tür eines großen zerfallenen Farmhauses. In diesem Korb, eingehüllt in eine Decke, lag ein schlafendes Baby. Das Einzige, was auf seine Herkunft hindeutete, war ein Zettel mit den handgeschriebenen Worten: Eddies Bastard. Als der alte, verbitterte Mann auf der Schwelle seines Hauses dem Kind in die Augen blickt, weiß er sofort, dass dies sein Enkelsohn ist. Also beschließt er, den Jungen allein aufzuziehen – mit Liebe, gebratener Mortadella und den faszinierenden Geschichten der einstmals bedeutenden irischstämmigen Familie.

Hild“ von Nicola Griffith: Ich lese gerade die Saxon Stories von Cornwell, und der Protagonist begegnet einer Nonne namens Hild, die eine Weile seine Weggefährtin ist bevor sie Äbtissin wird. Es wird stark darauf hingedeutet, dass es sich dabei um die heiliggesprochene Hilda von Whitby handeln könnte. Also will ich mehr über Hilda erfahren.
Inhalt: Britain in the seventh century – and the world is changing. Small kingdoms are merging, frequently and violently. Edwin, King of Northumbria, plots his rise to overking of all the Angles. Ruthless and unforgiving, he is prepared to use every tool at his disposal: blood, bribery, belief. Into this brutal, vibrant court steps Hild – Edwin’s youngest niece. With her glittering mind and powerful curiosity, Hild has a unique way of reading the world. By studying nature, observing human behavior and matching cause with effect, she has developed the ability to make startlingly accurate predictions. It is a gift that can seem uncanny, even supernatural, to those around her. It is also a valuable weapon.

Ellen Berg haut Romane heraus wie andere Leute Busfahrkarten kaufen: viel und regelmässig. Die Rezensionen sind sehr gemischt, und lassen manchmal kein gutes Haar an den Büchern. Trotzdem wollte ich eines lesen um mir selbst eine Meinung bilden zu können, denn ich finde die Wahl der Titel recht witzig. Der Klappentext von „Ich koch dich tot“ erinnerte mich etwas an „Die Häupter meiner Lieben“, was schonmal gut ist.
Inhalt: Schmeckt’s dir nicht, Schatz? Beim ersten Mal ist es noch ein Versehen: Statt Pfeffer landet Rattengift im Gulasch – und schon ist Vivi ihren Haustyrannen Werner los. Als sie wenig später vom schönen Richard übel enttäuscht wird, greift sie erneut zum Kochlöffel. Fortan räumt Vivi all jene Fieslinge, die es nicht besser verdient haben, mit den Waffen einer Frau aus dem Weg – ihren Kochkünsten. Dann trifft sie Jan, der ihr alles verspricht, wovon sie immer geträumt hat. Vivi beschließt, dass jetzt Schluss sein muss mit dem kalten Morden über dampfenden Töpfen. Als ihr aber mehrere Unfälle passieren, keimt ein böser Verdacht in ihr. Sollte Jan ihr ähnlicher sein als gedacht? Zu dumm, dass sie sich ausgerechnet in diesen Schuft verliebt hat. Doch Vivis Kampfgeist ist geweckt … Mit todsicheren Rezepten fürs Jenseits.

Rebuy Loot

rebuyloot_march2016

 

Hermes hat geklingelt und mir ein Päckchen gebracht 🙂

Da ich sie allerdings noch im Mai gekauft habe, zähle ich sie zur Mai-Ausbeute, nicht zum Juni.

Mal sehen ob ich den Juni ohne neue Anschaffungen überstehe…

Gebrauchte Bücher: Ja oder Nein?

usedbooks

Ich muss zugeben, ich habe ein etwas gespaltenes Verhältnis zu gebrauchten Büchern.

Als Leseratte und Bücherwurm liebe ich neue Bücher – sauber, ungeknickt, frisch gedruckt und ganz alleine meins. Keiner der schon Eselsohren gemacht hat (die mache ich schön selber!), und niemand der schon Kekse reingekrümelt hat.

Als Hobby-Schreiberling stimme ich natürlich auch für neue Bücher ab – denn für den (Weiter-)Verkauf eines gebrauchten Buches bekommt der Schriftsteller keinen Pfennig. Tantiemen gibt es nur für Neuware, und wenn ich sowieso schon Geld für ein Buch ausgebe, dann soll der Autor doch auch seinen gerechten Anteil davon bekommen, finde ich.

booktops

Jetzt kommt das große Aber

Als permanenter armer Schlucker der dauernd pleite ist, sind gebrauchte Bücher die Rettung. Ich könnte mir nie im Leben alle Bücher neu kaufen, die ich gerne hätte. Ich kaufe deshalb – entgegen meiner eigenen Überzeugung – fast alle meine Bücher gebraucht.

Ich habe letztes Jahr mal ausgerechnet dass ich um die 130 Bücher gekauft habe und im Durchschnitt etwa 2,80 € pro Buch ausgegeben habe in 2015. Die Statistik ist etwas irreführend, weil sie Dutzende E-book Deals beinhaltet, wo der Autor trotz kleiner Preise Tantiemen bekommt, aber wenn neue Bücher (die ich auch kaufe) gerne schonmal 10 oder 15 € kosten, könnt ihr euch ja ausrechnen wie billig ich an den Großteil meiner Bücher gekommen bin.

Wie seht ihr das?
Wo bekommt ihr eure Bücher her?
Neu, gebraucht oder geliehen?

Wilde Bücher

Wilde Bücher sind Bücher, die sich selbständig machen und plötzlich ohne Vorwarnung irgendwo auftauchen. Zum Beispiel in meinem Bücherregal.

Gestern buddelte ich mich in aller Seelenruhe durch meine Regale auf der Suche nach einem Buch von Mike Shevdon dass ich verlegt hatte. Mir fehlt nämlich eins von ihm, und ich wollte nachsehen welches, damit ich es nachbestellen kann. Aber ich schweife ab.

Im Flur fand ich ein paar kurze Bücherstapel, die mit dem Rücken zur Wand auf der Kante eines bereits mit Büchern gefüllten Regals balancierten. Neugierig holte ich sie herunter. Warum stapele ich die da? Wollte ich die weg- oder umräumen? Ich war mir nicht mehr sicher.

Gleich das oberste Buch war Scar Night von Alan Campbell. Nie gehört. Auch das Cover, nie gesehen. Keine Ahnnung wo das hergekommen ist. Kann mich nicht erinnern es gekauft oder getauscht zu haben, und ich bekomme sehr selten Bücher geschenkt. Ein wildes Buch also. Hat sich in meinem Stapel einfach so materialisiert.

Bin gespannt.

2015 Awards

Jedes Jahr werden von allen möglichen Seiten Bücher zum besten, größten, schönsten oder neusten Buch des Jahres gekürt.

Für mich persönlich spielen da der Hugo, der Locus (hihi), und der Nebula Award eine Rolle.

Die Gewinner 2015 sind wie folgt:

Hugo Award for Best Novel 2015

Locus Award for Best Fantasy Novel 2015

Nebula Award for Best Novel 2015