Kommentar: Das Verschwinden der Adèle Bedeau

Dieses Buch ist mein Elsass-Beitrag für die literarische Tour de France. Es spielt in Saint Louis, an der Grenze zur Schweiz und zu Deutschland.

Eine Sache die mir aufgefallen war ist dass sich das Leben in Saint Louis immer in Richtung Frankreich orientiert: obwohl man fast nach Basel rüberspucken kann, fahren Clémence und ihre Freunde zum amüsieren ins 30 Kilometer entfernte Mulhouse, und Manfred sucht Abwechslung in Strassburg, obwohl er auch über die Grenze nach Freiburg fahren könnte. Das fühlte sich für mich typisch französisch an, obwohl der Autor Schotte ist.

Ungewöhnlich ist, dass der Polizeibeamte Georges Gorski erstmal überhaupt nicht in Erscheinung tritt. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte auf Manfred Baumann und dessen Leben in Saint Louis. Überhaupt geht es nicht, wie sonst in einem Krimi, mit einer Leiche los, sondern wir begegnen Adèle ganz lebendig. Es gibt zwar auch eine Leiche, aber davon erfahren wir erst später und mit Adèle hat sie nicht so richtig was zu tun. Eigentlich ist es gar kein Krimi, aber irgendwie doch.

 

Wie mich das eBook doch noch überzeugt hat

In den frühen 2000-ern las ich das erste Mal ein Buch elektronisch. Es war eine gekaperte Version von Harry Potter, die irgend jemand im Word-Format ins Usenet gestellt hatte. Ich saß ganze Abende vor dem Computer und las und las, und scrollte und scrollte. Legal war das natürlich nicht, und anstrengend war es auch.

Das nächste mal kreuzten elektronische Bücher etwa 2005 meinen Weg. Das amerikanische Projekt Gutenberg hatte urheberrechtsfreie Texte und Bücher zum Download im Angebot, manchmal als PDF, meistens als .txt Datei. Eine Weile war ich begeistert, doch das Lesen am Bildschirm war immer noch ermüdend, und ich wollte auch nicht unbedingt nur Klassiker und “altes Zeug” lesen. Weiterlesen