Jehanne: Ein Lebensbild der Jungfrau von Orléans aus ungewöhnlicher Sicht

Der Roman zeichnet eine in vielem unbekannte Version des wohl erstaunlichsten Frauenlebens der Geschichte: des Lebens der später so benannten „Jungfrau von Orleans“, die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aus einem Dorf in Lothringen aufbrach, um als von Gott und ihren „Stimmen“ geleitete Retterin Frankreichs, das von den Engländern belagerte Orleans zu befreien und den jungen Karl VII. zur Krönung nach Reims zu führen.

Farbenfroh und lebensnah wird ihr Aufstieg zur siegreichen Heerführerin wie ihr Sturz in Gefangenschaft und Verurteilung zum Flammentod geschildert, dann aber auch ihre Rettung und die Heimkehr aus englischer Gefangenschaft wie ihr ferneres Leben als Gattin eines lothringischen Adligen.

Johanna von Orléans

Johanna von Orléans ist einzigartig, und deshalb übt sie nach so vielen Jahrhunderten immer noch eine solche Faszination auf uns aus.

In Johanna von Orléans, so die phantasielose Übersetzung des englischen Titels „An Army of Angels“, schildert Pamela Marcantel die Lebensgeschichte der – nein, eigentlich nicht der gleichnamigen Heldin des hundertjährigen Krieges.

Denn die Protagonistin, deren Weg wir von der ersten Vision bis zur Hinrichtung mitverfolgen, präsentiert die Autorin uns nicht als die heilige Johanna von Orléans, sondern als Jehanne Romée, einen Menschen mit besonderem Schicksal, aber keinen Übermenschen ohne Schwächen

Der Prozess der Jeanne d’Arc: Akten und Protokolle 1431-1456

Einer der Höhepunkte im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich war die Erscheinung der Jungfrau von Orléans, in deren Schicksal sich der Konflikt zwischen Glaube, institutioneller Macht und Staatsräson manifestiert.

Felsenfest überzeugt von der Richtigkeit ihres Handelns verstieß Jeanne d’Arc (1412-1431) gegen die starre Ordnung von Staat, Kirche und Gesellschaft, verwirrte Freund und Feind und unterlag trotz kaum glaublicher Erfolge schließlich der politischen Macht. Faszinierend und von außerordentlicher Prägnanz ist das Bild, das die Akten des Prozesses von 1431 und des Rehabilitationsverfahrens von 1456 vermitteln.

Die wichtigsten Aussagen und Dokumente aus diesen Verhandlungen liegen hier in einer hervorragenden Übersetzung vor und geben aufschlußreiche Einblicke in die Persönlichkeit einer außergewöhnlichen Frau in einer bewegten Epoche.

Jeanne d’Arc: Die Geschichte der Jungfrau von Orleans

Hat man sich schon einmal mit Jeanne d’Arc beschäftigt, wird man wissen, dass es um sie auch zahlreiche Mythen und Legenden gibt. Der Autor spinnt jedoch hier nicht weiter an diesem Netz teilweise wüster Theorien.

Eine besondere Stärke dieses Buch ist es, dass Krumeich es versteht, auf diesem knappen Raum eine informative Darstellung mit hoher Faktendichte zu liefern und das Leben der Jungfrau auf verständliche Weise zu schildern. Sicherlich kommen einige Hintergründe (bspw. Gesamtverlauf des Hundertjährigen Krieges, seine Umstände, insbesondere die Bündnisse und Konfliktlinien betreffend) für das Verständnis des historischen Gesamtzusammenhangs etwas kurz, doch dies ist lediglich der Preis für die Kompaktheit der rezensierten Biographie.

Wirken die Passagen über Kindheit und Jugend von Jeanne noch etwas langatmig, so macht diese Darstellung doch den Aufstieg und Fall der Jungfrau von Orléans sehr anschaulich und gibt Ansatzpunkte zu ersten Überlegungen, wie es dazu und zur Mythenbildung um Jeanne kommen konnte.

Jeanne d’Arc: Das Leben einer Legende

Die Frage, wer Jeanne d’Arc eigentlich ist, beschäftigte die Menschen schon zu ihren Lebzeiten. Ihr ungewöhnliches Leben, ihre Verdammung und Hinrichtung durch die Inquisition, ihre spätere Rehabilitierung und ihr Aufstieg zur französischen Nationalheiligen ließen zahlreiche Gerüchte, Halbwahrheiten und Mythen entstehen.

Malte Prietzel nennt die unbestreitbaren Fakten, erzählt von den Diskussionen der Zeitgenossen um Johanna von Orleans und von ihrem bis heute andauernden Nachleben. Das Buch bietet, was eine Biografie lesenswert macht: eine immer wieder spannende Lebensgeschichte, mit deren Lektüre man tief eintaucht in die faszinierende Glaubenswelt und die Kultur des Mittelalters.

Das Mädchen Jeanne d’Arc

Als Jeanne d’Arc ihre ersten Lebensschritte unternahm, war Paris englisch, und Heinrich V. von England wurde dort zum König ausgerufen. Die Normandie, alle Provinzen von Nantes bis hin zu den Pyrenäen waren englisch, Flandern und Burgund hatten sich den Engländern ergeben.

Nur noch der Rest des Landes gehörte Karl VII. von Valois, der sich nicht König nennen konnte, weil er nicht sicher war, ob er den verstorbenen französischen König Vater nennen durfte. So war er ein Mann ohne Residenz, ohne Regierung – bettelarm und willenlos.

Als er Jeanne d’Arc zum ersten Mal empfing, hielt er sich gerade auf Schloss Chinon auf, in dem einst der Großmeister der Templer, Jacques de Molay, gefangen gehalten worden war …

Wie gewinnt Johanna das Vertrauen des Dauphins, um ihm seine Rolle im Zeitengeschick zu verdeutlichen? Wie behauptet sie sich gegen Machtpolitik und Intrige, gegen die Gesinnung des Tages? Wer ist dieser Mensch, der aus der Abgeschiedenheit eines französischen Dorfes aufbricht, dem Schicksal Europas für Jahrhunderte die Richtung zu geben?

Jeanne: Das kurze Leben der Jungfrau von Orléans

Mit gerade vierzehn Jahren hört Jeanne d’Arc zum ersten Mal Stimmen, hat sie Visionen. Engel und Heilige befehlen ihr, Frankreich von den Engländern zu befreien. Schon mit sechzehn Jahren verlässt sie daraufhin ihre Familie.

Ihr Aufstieg ist legendär: Vom einfachen Bauernmädchen zur charismatischen Heeresführerin, bis zur zutiefst Gedemütigten, die schließlich mit kaum neunzehn Jahren als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird.