Der Letzte Zug nach Istanbul

Selva, die Tochter eines angesehenen osmanischen Beamten, könnte das Herz jeden Mannes in Ankara gewinnen. Doch die schöne junge Frau hat nur Augen für Rafael Alfandari, den attraktiven Sohn eines jüdischen Palastarztes. Gegen den Willen ihrer Familien heiraten sie und fliehen nach Paris, um sich ein neues Leben aufzubauen. Doch als die Nazis in Frankreich einmarschieren, begreift das Paar, dass nichts – weder Krieg, noch Politik, nicht einmal Religion – die Familienbande zerstören kann.

Denn nachdem einige mutige türkische Diplomaten erfahren, dass Selva und mehrere ihrer Landsleute in Frankreich eingeschlossen sind, entwerfen sie einen Plan, um die Alfandaris und Hunderte von Unschuldige in Sicherheit zu bringen. Gemeinsam müssen sie einen vom Krieg zerrütteten Kontinent durchqueren, in Feindesland eindringen und alles riskieren, um in die Freiheit zu gelangen.

Neger Neger Schornsteinfeger

Als Sohn einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters wächst Hans-Jürgen Massaquoi in großbürgerlichen Verhältnissen in Hamburg auf. Doch eines Tages verlässt der Vater das Land. Hans-Jürgen und seine Mutter bleiben zurück und ziehen in ein Arbeiterviertel. Als die Nazis die Macht übernehmen, verändert sich ihr Leben grundlegend …

Hans J. Massaquoi beschreibt in seiner außergewöhnlichen Autobiographie seine Kindheit und Jugend zwischen 1926 und 1948 als einer der wenigen schwarzen Deutschen in diesem Land.

Der begrabene Riese

Britannien im 5. Jahrhundert: Nach erbitterten Kriegen zwischen den Volksstämmen der Briten und Angelsachsen ist das Land verwüstet. Axl und Beatrice sind seit vielen Jahren ein Paar. In ihrem Dorf gelten sie als Außenseiter, und man gibt ihnen deutlich zu verstehen, dass sie eine Belastung für die Gemeinschaft sind.

Also verlassen sie ihre Heimat in der Hoffnung, ihren Sohn zu finden, den sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben. Ihre Reise ist voller überraschender Begegnungen und Gefahren, und bald ahnen sie, dass in ihrem Land eine Veränderung heraufzieht, die alles aus dem Gleichgewicht bringen wird, sogar ihre Beziehung.

Die Nachrichten

Er sah gut aus, war pünktlich und versprach sich nicht. Das waren die wichtigsten Eigenschaften eines Nachrichtenvorlesers. Jan Landers hat es geschafft: er ist Tagesschau-Sprecher in Hamburg, und wenn es nach seinem Chef geht, soll er bald auch noch die Tagesthemen übernehmen — so weit hat es in der Medienwelt noch kein Ossi gebracht!

Aber was heißt schon „Ossi“, wenn man sich wie Landers kaum noch an seine ostdeutsche Vergangenheit erinnern kann und mehr damit beschäftigt ist, sich den Normen der Hamburger Medien-Meute anzupassen. Doch das Gerücht, er habe als „IM“ für die Stasi gearbeitet, zwingt Landers zu einer schmerzhaften Auseinandersetzung mit sich selbst, die gleichsam zu einer Zeit-Reise in die DDR-Vergangenheit wird.

Gehen, ging, gegangen

Entdeckungsreise zu einer Welt, die zum Schweigen verurteilt, aber mitten unter uns ist.

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter?

Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist.

Tod am Zollhaus

In einer Regennacht des Jahres 1765 wird im Hamburger Hafen der Schreiber des Großkaufmanns Claes Herrmanns ermordet. Der Täter, da sind sich die Hamburger sicher, ist Jean Becker, der Prinzipal eines Wandertheaters. Schließlich hat die Wache ihn volltrunken neben der Leiche gefunden.

Nur die Schauspieler glauben fest an die Unschuld ihres Prinzipals und machen sich auf die Suche nach dem Mörder. Besonders Rosina, schön, pfiffig und entschlossen, nutzt ihre Talente, um sich in die ehrbare Hamburger Gesellschaft einzuschleichen. Zwischen Salon und Kontor, Börse und Kaffeehaus kommt sie einer heimtückischen Intrige auf die Spur …

Das Mondkind

Vor vielen vielen Jahren lebte in Afrika ein mächtiger Häuptling, der hieß Bulane. Er unterschied sich von allen anderen Männern dadurch, dass er einen Vollmond auf der Brust hatte. Sein Vater und alle seine Vorfahren hatten dasselbe Zeichen auf der Brust. In jeder Generation wurde ein Prinz mit diesem Zeichen geboren, an dem man erkennen konnte wer der nächste König sein sollte.

In Bulane’s Reich war es üblich, dass der Häuptling mehrere Ehefrauen hatte. Bulane hatte zwei Frauen, eine ältere und eine jüngere. Die ältere Königin hatte viele Kinder. Manche hatten einen Stern oder eine Sichel auf der Brust, doch keines hatte einen Vollmond. Die jüngere Königin hatte keine Kinder, und was sie auch tat, sie bekam auch keine. Jedes Jahr wurde die ältere Königin unfreundlicher zu der jüngeren, und hänselte sie dafür dass sie keine Kinder bekam.

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Baba Dunjas letzte Liebe

Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf.

Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen im Niemandsland so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt sogar ein Toter auf einen Plausch vorbei.

Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest, die Gavrilovs im Garten Schach spielen und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Und an ihre Enkelin Laura. Doch dann kommen Fremde ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.

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